AK.Nahost Infos 19.11. 2025

1. Petitionen
Petition An: Bundesinnenminister Dobrindt, Bundesregierung und Bundestag
Medizinische Evakuierungen aus Gaza jetzt!

Petition: Kinderluftbrücke: Städtebündnis für Gazas Kinder – JETZT!

2. Termine

a) Bremen

Heute, 19.11. Gaza-Petition an die bremische Bürgerschaft
Zur Vorbereitung laden wir (als Muslim empowerment in Kooperation mit Muslimischen Hochschulbund Bremen) euch sowie alle interessierten Privatpersonen, Initiativen und Organisationen herzlich zu einem gemeinsamen Online-Treffen ein: Uhrzeit: 18:00 Uhr Zoom-Link:

Do. 20.11. Mahnwache der Seeds of Palestine 16:30 Uhr Ulrichsplatz/Ostertorsteinweg

Sa. 22.11. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden: 11:30 – 12:30 Die Mahnwache findet bis Weihnachten nicht vor dem Dom, sondern auf dem Zugang zwischen Liebfrauenkirchhof und Sögestraße statt.

Sa. 22.11. Protestmarsch: Free Gaza – Free Palestine: 15 Ihr Hauptbahnhof https://dpg-netz-bremen.de/?ai1ec_event=free-gaza-free-palestine-3&instance_id=739

Sa. 22.11. 16 Uhr Buchvorstellung & Spenden­sammlung – „Somud“ – Für das Jugendzentrum im Dheisheh Camp (Bethlehem) JuBZ-Walle Bremen – Waller Heerstraße 229, 28219 Bremen,

28.11. Michael Lüders, DRECKSARBEIT? Israel, Amerika und der imperiale Größenwahn im Nahen Osten. Einladung zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion
um: 19.00 Uhr im: Großen Saal des Islamischen Föderation Bremen, Sonneberger Straße 18, Bremen-Vahr 28329,

Frankfurt, 5./6.12 KoPI-Konferenz: „Deutschlands Verantwortung für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel“
Ort: Medico International, Lindleystraße 15, 60314 Frankfurt/Main
Info und Anmeldung

Palästina-Film in Bremen: Im Schatten des Orangenbaums   Termine:
Gondel: 20.,21., 22.,23. um 19:30 Uhr, am FGr. 21. auch um 11:30Uhr, am 24. und 27. um 17 Uhr
Schauburg: Do. 20. – Mi. 26.11. jeden Tag um 15 Uhr, nur Sonntag um 11:45 als OmU

3. Medien

Eine sehr sehenswerte Panorama Sendung über Antisemitismus und den Missbrauch dieses Begriffs

Heute Journal am 15.11. über Siedlergewalt im Westjordanland: Min 8:20 – 11:55
Auch die ARD- Tagesschau vom 16.11. 2025, 20 Uhr, informierte die Zuschauer über die terroristische Gewalt der Siedler (ab 9. Minute bis 11. Minute):

Michael Lüders hat einmal mehr eine sehr gute Analyse: Warum der Frieden in Nahost von kurzer Dauer sein wird // Nahost-Experte Michael Lüders (22 Min.)

BIP-Aktuell #373: Extrem gewalttätige Siedler im Westjordanland: Hier zeigt sich der Siedlerkolonialismus
Die Terrorisierung der Palästinenser unter israelischer Besatzung ist eine dezentrale Form staatlicher Gewalt.

  • Extrem gewalttätige Siedler im Westjordanland: Hier zeigt sich der Siedlerkolonialismus
    Bemerkenswert
    IDF zerstörte seit Inkrafttreten des Waffenstillstands über 1.500 Gebäude in den von der IDF kontrollierten Teilen des Gazastreifens
    Nach Siedlerangriffen: Internationale Presse fühlt sich im Westjordanland bedroht.

taz: Siedlergewalt im Westjordanland – Es gilt das Recht des Stärkeren

FR: Foltervorwürfe gegen israelische Armee 
Ein UN-Ausschuss zeigte sich vergangene Woche „zutiefst entsetzt über Beschreibungen, wonach offenbar systematische und weitverbreitete Folter und Misshandlung von Palästinensern, darunter auch Kindern, stattgefunden haben“.
…Nach dem 7. Oktober änderte sich das. „Es herrscht die Ansicht, dass Freiheitsentzug als Strafe nicht ausreicht.“ Wurden die Menschen zuvor einfach eingesperrt, kommen jetzt andere Strafen dazu: Den Insassen werden tagelang die Augen verbunden und die Hände gefesselt, sie dürfen nicht stehen, gehen und sprechen. „Es gibt nur Sitzen und Liegen“, sagt auch Berman. Essensrationen würden bewusst knapp gehalten.
..Das Verweigern medizinischer Versorgung sei ebenfalls als Form der Folter zu werten, so Ben Dror. Chronisch kranke Häftlinge erhalten keine Medikamente, ihr Zustand verschlechtert sich dadurch. Erst vergangene Woche sei ein Häftling an den Folgen dieser Vernachlässigung gestorben, sagt die Expertin.
..Seit dem 7. Oktober hindert Israel das Rote Kreuz daran, palästinensische Insassen zu besuchen. Auch der Zugang zu Anwält:innen bleibt diesen oft verwehrt.

Amnesty Bericht vom September: STOPPT DIE WIRTSCHAFTLICHEN BEZIEHUNGEN DIE ISRAELS VERBRECHEN ERMÖGLICHT – WAS STAATEN UND UNTERNEHMEN TUN MÜSSEN, UM ISRAELS VÖLKERMORD, APARTHEID UND UNRECHTMÄSSIGE BESATZUNG ZU BEENDEN 
Amnesty International fordert Staaten, internationale, kommunale und andere öffentliche Institutionen und Einrichtungen sowie Unternehmen und andere private Organisationen auf, ihren Druck auf Israel zu verstärken, damit es seinen internationalen Verpflichtungen nachkommt und den Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen, die rechtswidrige militärische Besetzung der besetzten palästinensischen Gebiete (OPT) und sein System der Apartheid gegen alle Palästinenser, deren Rechte es kontrolliert, beendet. Staaten, öffentliche Institutionen und Unternehmen müssen ihren rechtlichen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten gemäß dem Völkerrecht und internationalen Standards nachkommen, wie sie in einer Reihe von internationalen Beschlüssen und Resolutionen festgelegt sind. Die breite Öffentlichkeit muss dies von ihnen einfordern.
Die Maßnahmen und Verpflichtungen aller – Staaten, öffentliche Institutionen, Unternehmen und die Öffentlichkeit – müssen der Schwere der Lage angemessen sein, angesichts der erschütternden Verluste an palästinensischen Menschenleben, der irreparablen Schäden, die den Palästinensern zugefügt wurden, einschließlich durch extreme Entmenschlichung und fortgesetzte Verstöße gegen das Völkerrecht, die straffrei bleiben, sowie wiederholte Angriffe auf die universellen Werte und internationalen Verpflichtungen, die die Grundlagen des globalen multilateralen Systems bilden.
AI hat exemplarisch mehrere Firmen angeschrieben und dokumentiert, dass sie Israels Kriegsführung und Besatzung unterstützen:
1. Waffen: Boing: Bomben (USA) , Lockheed Martin Corporation: Flugzeuge F-16 und F-35 (USA), Elbit Systems, Rafael Advanced Defense Systems Ltd. (Rafael) and Israel Aerospace Industries Ltd: Waffen, Munition etc. (Isarael)
2. Überwachungstechnik: Hikvision, Corsight, Palantir Technologies
3. Handel/Investitionen: CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles): Jerusalem Light Rail, Mekorot: Wasserversorgung, HD Hyundai: schwere Maschjinen wie Bulldozer etc., Airbnb, Booking.com, Expedia and TripAdvisor (Unterkünfte in Siedlungen)

Erfreulich: Bundesliga-Klub FSV Mainz 05 muss El Ghazi Millionen zahlen 
Der Spieler El Ghazi hatte die Parole „From the river to the sea..“ benutzt. Als El Ghazi später in einem weiteren Post den Tod aller Zivilisten, Antisemitismus, Besatzung, Apartheid und Völkermord verurteilte, aber zugleich betonte, er distanziere sich nicht von seinen Ansichten, reagierte der Verein mit der Kündigung.

Der neue Chris Hedges Bericht mit Francesca Albanese

Deutsche Welle: Gaza-Krieg: Rassismus als Deutungsmuster
Anti-palästinensische Desinformation geht Hand in Hand mit rassistischer Hetze gegen Palästinenser im Netz. Warum sind solche Narrative so weit verbreitet und woher kommen sie?
Auszug: Eine Studie zur Nahost-Berichterstattung deutscher Medien analysierte 4.853 Schlagzeilen zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 19. Januar 2025. Sie zeigt, dass einige führende deutsche Medien hauptsächlich oder ausschließlich auf offizielle israelische Quellen für ihre Berichterstattung über den Nahen Osten zurückgreifen. Die Tötung des 28-jährigen Journalisten Anas al-Sharif in Gaza im August 2025 liefert ein weiteres Beispiel. Das israelische Militär behauptete,al-Sharif habe eine Hamas-Zelle geleitet; zahlreiche deutsche Medien wiederholten diese Behauptung als Tatsache – trotz fehlender Beweise.

Der jüdische Dichter Erich Fried gehörte seit den 1960er Jahren zu den schärfsten Kritikern der israelischen Kriegs- und Besatzungspolitik. Den Zionisten warf er vor, aus dem Holocaust nichts gelernt zu haben. Eine Erinnerung Von Matthias Rude (s.Anhang)
In „Höre Israel“ (1974) sagt er: »Die geschrien haben / ›Die Juden sind schuld‹ / sind schuld daran / dass die Zionisten schuld werden konnten // Die geschrien haben / ›Die Juden sind unser Unglück‹ / sind das Unglück der Juden / und der Palästinenser geworden«.
Laut Fried ermutigen Deutsche, die zu allem, was die »Mordbrennerarmee des Zionismus« tut, »Ja und Amen« sagen, eine Haltung, die »auf lange Sicht auch für die dort lebenden Juden nur das Unglück sein kann« – denn Angriffe gegen alle umliegenden Nachbarn sowie eine Politik des Unrechts und der immer wiederholten Aggression könne nur »zu immer neuen Kriegen und auf Dauer nur zum Untergang führen – moralisch, wirtschaftlich, politisch und ganz zuletzt auch militärisch«.Statt eines „Existenzrechts“ propagiert er ein „Lebensrecht“: »Ich bin sehr für das Lebensrecht der dort lebenden Juden, ebenso wie ich für das Lebensrecht aller Palästinenser bin, frei und unbenachteiligt in Palästina zu leben.« »Aber das Lebensrecht der Juden kann nicht von einem chauvinistischen, rassistischen, repressiven und aggressiven Zionistenstaat verwirklicht werden, der letzten Endes auch für die dort lebenden Juden nur eine reaktionäre Todesfalle ist.«
Nach dem 6-Tage-Krieg schrieb er: »Als ihr verfolgt wurdet / war ich einer von euch / Wie kann ich das bleiben / wenn ihr Verfolger seid? // Eure Sehnsucht war so zu werden / wie die Völker Europas / die euch mordeten / Nun seid ihr geworden wie sie«.

Neues Buch: Nakba. Erinnerungsdefizite und Denkverbote im Palästinakonflikt. Darin äußern sich namhafte AutorInnen zu der Problematik: Dr. Muriel Asseburg, Prof. Dr. Aleida Assmann, Prof. Dr. Bashir Bashir, Prof. Dr. Wolfgang Benz, Daniel Cil Brecher, Dr. Sarah El Bulbeisi, Prof. Dr. Amos Goldberg, Inge Günther, Dr. Peter Lintl, Prof. Dr. Michael Rothberg, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Prof. Dr. Stefan Jakob Wimmer, Charlotte Wiedemann und Prof. Dr. Moshe Zuckermann. Unter dem Kapitel „Verdikte und Interventionen“ ist auch ein Beitrag von Ingrid Rumpf über die Entstehung der historischen Wanderausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ im Jahr 2008 und ihre Erfahrungen mit den mehr als 200 Ausstellungsterminen im In- und Ausland. U.a. hier und natürlich über den Buchhandel kann das Buch bestellt werden
Der Nahost-Konflikt wirft Fragen auf, die auf der Suche nach Problemlösungen jenseits politischer Machtverhältnisse erörtert werden müssen. Ein dauerhafter Frieden ist weniger denn je in Aussicht. Besonders in Deutschland herrscht Diskussionsbedarf wegen der historischen Schuld und Verantwortung für das jüdische Volk und dessen Sicherheit. Die Debatte ist aber aufgrund der schnell erhobenen Antisemitismusvorwürfe für viele entweder tabu, oder sie wird durch politische Einflussnahme unterbunden. Gebietet die historische deutsche Schuld Schweigen angesichts gnadenloser militärischer Reaktion, die nach internationalem Urteil genozidale Züge angenommen hat? Müssen der Hunger, die Vernichtung ziviler Infrastruktur und medizinischer Versorgung sowie der Tod unschuldiger Zivilisten im Gaza-Streifen gebilligt werden, weil Israel seit seiner Gründung existenziell bedroht ist? Die Beiträge verstehen sich jenseits herrschender Denkverbote, jenseits von Diskursverweigerung und Zensur, als Plädoyer für eine Konfliktlösung, die den Raum schafft für ein friedliches Miteinander zweier Staaten, Israel und Palästina