1. Bremen
– Do. 21.8. Stand der Seeds of Palestine 16:30-18:30 Uhr auf dem Grasmarkt (beim Rathaus)
– Sa. 23.8. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden dieses Mal schon von 11:30 – 12:30 Uhrvor den Domtreppen oder vor der Glocke.
- Palästina-Kalender-Bremen: https://wonderl.ink/@palaestina.kalender.bremen
- 29.8. ZOOM-Vortrag 19:30 Uhr Rechtsanwältin Rana Issazadeh: Repression und Kriminalisierung palästinasolidarischer Stimmen – eine rechtliche Perspektive.
3. Medien
Amnesty-Bericht vom 18.8.: Gaza: Israel hungert die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen gezielt aus
Israel verfolgt im besetzten Gazastreifen eine gezielte Hungerkampagne. Es zerstört damit systematisch die Gesundheit, das Wohlergehen und das soziale Gefüge der palästinensischen Bevölkerung…
..“die von uns gesammelten Zeug*innenberichte (sind) weit mehr als nur Leidensberichte. Sie sind eine scharfe Anklage gegen ein internationales System, das Israel seit Jahrzehnten die Erlaubnis gewährt, Palästinenser*innen nahezu völlig straffrei zu quälen“, sagt Erika Guevara Rosas, leitende Direktorin für Recherche, Advocacy, Politik und Kampagnen bei Amnesty International.
110 tote Kinder wegen Unterernährung..Israel behindert Hilfsorganisationen und verweigert z.B. die Einfuhr von Antibiotika.
Die Kinder fragen ständig nach Essen, „Die Kinder schlafen vor Hunger weinend ein“. Es gibt eine systematische Zerstörung der Nahrungsmittelproduktion. 86 Prozent der Anbauflächen in Gaza sind zerstört oder beschädigt.
Norman Paech, Hamas: Terrororganisation oder legitimer Widerstand?
BIP-Aktuell #361: Israel bereitet sich auf eine vollständige Invasion des Gazastreifens vor.
DIE ZEIT hat eine Recherche über die politischen Deals zu den Waffenexporten angesichts des sich schon lange abzeichnenden Völkermords in Gaza gemacht, leider weitgehend beschränkt auf die Zeit der Ampel-Regierung. Nicht nur Merz sollte also angezeigt werden – auch wenn nur die Klagen gegen ihn und andere gegenwärtigen Verantwortungsträger Entscheidungsdruck heute ausüben können. Auch die Verantwortlichen der Vorgängerregierung, von denen der Artikel ein paar nennt, werden sich auf der Anklagebank wiederfinden, falls unser Rechtsstaat endlich so funktioniert, wie er zu sein verspricht.
Ein mutige und klare Stellungnahme von Sven Kühn von Burgsdorff, ehemaliger Repräsentant der Europäischen Union an verschiedenen Standorten, darunter Jerusalem: Europas Versagen. Die EU blockiert wirksame Maßnahmen gegen Israels Gaza-Krieg – ein strategischer Fehler, der ihre Glaubwürdigkeit massiv untergräbt.
Jeff Halper (ICAHD) warnt vor der Normalisierung, der letzten Phase des Kolonialen Siedlerprojekts, vor einem ‚Bantustan‘-Palästinenserstaat
Der Direktor von ICAHD, Jeff Halper, warnt davor, dass wir, wenn wir so viel Energie darauf verwenden, gegen die schrecklichen Gräueltaten Israels zu protestieren, ohne zu verstehen, wohin das alles führt, dann könnten wir „den Zug verpassen“ und feststellen, dass die Judaisierung Palästinas abgeschlossen ist.
Jeff erinnert uns zunächst an die vier Phasen des Siedlerkolonialismus und daran, dass wir kurz davor stehen, in die letzte Phase einzutreten, in der ein palästinensischer Staat geschaffen wird, der nichts anderes als ein Bantustan sein wird
Wie deutsche Medien dazu beitrugen, den Weg für Israels Ermordung von Journalisten in Gaza zu ebnen. von Hanno Hauenstein, The Guardian 13.8. 2025
Englisches Original
Im Vorfeld der tödlichen Angriffe dieser Woche verbreiteten sich Berichte, die palästinensische Reporter mit der Hamas in Verbindung brachten. Was dann folgte, schien unvermeidlich
Einige deutsche Journalisten haben sogar die Tötung ihrer palästinensischen Kollegen gerechtfertigt: Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Ermordung von al-Sharif veröffentlichte die Bild sein Bild unter der Schlagzeile: „Als Journalist getarnter Terrorist in Gaza getötet“ (die später in „Getöteter Journalist war angeblich Terrorist“ geändert wurde).
Der ARD-Weltspiegel (10.8. 2025) berichtet über Kriegsmüdigkeit in Israel, über traumatisierte Soldaten und Kriegsdienstverweigerer. Dazu ein Interview mit Meron Mendel. (0 – 12:43)
Zorniger Brief von Jeffrey Sachs: „Israel ist nicht mein Staat und wird es nie sein“. Der US-Professor wehrt sich als Jude, dass er von der israelischen Regierung in „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ hineingezogen wird. Der Brief im Wortlaut:
Artikel von Amira Hass in Ha’aretz: Unterdessen in der Westbank: Jeder israelische Soldat „macht, was er will“.
Allein im Juli führte die israelische Armee über 1.300 Razzien in palästinensischen Stadtvierteln durch. Die Bewohner leiden unter ständigen Schikanen, da sie wissen, dass jeder Soldat straffrei handelt und niemand eingreifen wird. „Wir sehen, dass sich jeder Soldat wie ein Kommandant verhält und macht, was er will, ohne Angst vor höheren Rängen zu haben.“
Hind und Abir (nicht ihre richtigen Namen), zwei Frauen aus verschiedenen Teilen des Westjordanlands, haben sich nie getroffen. Anfang Juli durchsuchten Soldaten Hinds Haus, Anfang Juni das von Abir. Aus Hinds Haus nahmen sie über 10.000 Schekel (etwa 3.000 Dollar) mit und hinterließen ihr ein offizielles Dokument, in dem sie sich auf die Notstandsverordnungen von 1945 aus der Zeit des britischen Mandats und die IDF-Verordnung 1651 (2009) über Sicherheitsvorkehrungen als Rechtfertigung beriefen. Sie legten keine Beweise für ihre Behauptung vor, dass das Geld mit einer illegalen Vereinigung in Verbindung stand.
Aus Abirs Haus nahmen sie Goldschmuck und Bargeld mit, ohne irgendwelche Unterlagen zu hinterlassen. Aussagen aus mehreren Quellen deuten darauf hin, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt.
Beide Frauen haben Söhne, die entweder früher oder derzeit ein Gehalt von der Palästinensischen Autonomiebehörde beziehen: Der eine war Angestellter, der andere arbeitet im Sicherheitsdienst der PA. Beide Frauen weigerten sich aus dem gleichen Grund, der uns wiederholt von Feldforschern von Menschenrechtsorganisationen wie dem Jerusalem Legal Aid and Human Rights Center (JLAC, mit Sitz in Ramallah) und der israelischen NGO Yesh Din – Volunteers for Human Rights berichtet wurde, interviewt zu werden oder detaillierte Aussagen zu machen: aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen durch Soldaten, sobald ihre Namen öffentlich bekannt werden.
Diese Vergeltungsmaßnahmen könnten ihrer Meinung nach einen weiteren Einbruch, härtere Gewalt oder Schikanen gegen sie und ihre Familien an Armeekontrollpunkten umfassen. Einige sagen, sie „wissen, dass dies einem Nachbarn oder Verwandten passiert ist“. Selbst wenn solche Geschichten nicht bestätigt sind, haben die Gerüchte selbst eine abschreckende Wirkung.
Die Angst wurzelt in einer weit verbreiteten palästinensischen Wahrnehmung des Verhaltens von Soldaten, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023: Sie handeln nach Belieben, ohne Einschränkungen. Die Armee hat ihre Razzien in Bevölkerungszentren und Wohnhäusern verstärkt, und die Zahl der bemannten Kontrollpunkte hat zugenommen. Lange Wartezeiten in Fahrzeugschlangen sind häufiger geworden, wodurch die Menschen verstärkt der Laune und Feindseligkeit der Soldaten ausgesetzt sind.
In der FR vom 14.10.: Israelischer Historiker Adam Raz – „Der Mythos von der moralischsten Armee der Welt“ Das Interview führte Inge Günther.
Die moralischste Armee der Welt? schon 1948 gab es mehrere Massaker wie das in Deir Yassin. Abi Melzer zitiert aus Nirit Sommerfelds neuem Buch „Beduinenmilch“
Meine Freundin Nirit Sommerfeld zitiert in ihrem Buch aus dem Tagebuch ihres Großvaters. Ihr solltet das lesen und darüber nachdenken:
„Im April 1948 wurde ich zur Alexandroni-Brigade beordert. Ben Gurion schwor uns immer wieder darauf ein, daß wir so viel an Flächen wie nur irgend möglich gewinnen und in gleichem Maße die arabische Bevölkerung verringern müssten. Wir sollten Tatsachen schaffen, bevor es zu einem Waffenstillstand käme.
Wir hatten die Aufgabe, die Städte und Dörfer entlang der Küste systematisch zu säubern. Unsere Truppe war zusammengewürfelt, es waren Überlebende aus den Lagern dabei, aber auch einige nichtjüdische Männer, vor allem Weiße aus Südafrika. Das Einzige, was zählte, war Kampfbereitschaft. Viele der Jungs waren noch Kinder, die meisten, siebzehn, achtzehn Jahre alt, wie mein kleiner Freund Schmulik. Wir befanden uns in einem euphorischen Rausch, alle hatten das Gefühl, daß es so etwas in der Welt noch nie gegeben hatte. Wir wussten, daß wir mithilfe des Krieges den Staat erschaffen würden. Man hatte uns beigebracht, daß wir töten mussten, um uns zu verteidigen, daß man sich einen Staat mit dem Schwert erkämpft. Anders ginge es nicht. Das Töten wurde zut Selbstverständlichkeit, und es wurde von Mal zu Mal leichter.
Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, daß ich zuweilen gar nichts dabei empfand. Doch es gab Momente, in denen ich aus dieser apokalyptischen Exstase erwachte. In diesen Momenten erkannte ich das Unrecht, das wir unseren Mitmenschen antaten – eine unerträgliche Erkenntnis, die man schnell hinter Rechtfertigungen verschließen musste.
Unsere Truppe griff in der nacht vom 22. Auf den 23. Mai 1948 vom Meer aus das Fischerdorf Tantura an, das etwa 30 Kilometer südlich von Haifa lag. Da niemand dort mit einem Angriff rechnete, konnten wir zunächst ohne Verluste das Dorf stürmen. Allerdings gab es einige bewaffnete Männer, die sich verschanzt hatten und auf uns schossen. Darum stürmten wir jedes einzelne Haus, zwangen die Frauen und Kinder, sich auf einem Platz zu versammlen, und suchten nach denen, die Widerstand leisteten. Bei einem kurzen, erbitterten Gefecht fielen 14 unserer Männer, ein ungewöhnlich hoher Verlust. Danach hatten wir das Dorf unter Kontrolle – und gleichzeitig die Kontrolle über uns selbst verloren. In den Stunden, die folgten, geschahen Dinge, die zu beschreiben mir schwerfällt. Ich will nicht jede Grausamkeit schildern, aber ich muß es so dagen: Wir alle, auch wir Juden, sind zu den schrecklichsten Dingen fähig. In Tantura zeigte sich das wahre Gesicht des Krieges, das in jedem Einzelnen zu einer häßlichen Fratze wird. Ich werde mein Lebtag nicht vergessen, wie manche von uns, weit über ihre Befugnisse hnaus, eigenmächtig handelten. Und wir, die wir das Kommando hatten, sie nicht daran hinderten.
Es begann damit, daß es schmulik mit einem Streifenschuß an der Schulter erwischte. Gleichzeitig mußte er zusehen, wie seinem Freund Benny der halbe Kopf weggeschossen wurde. Schmulik raste vor Wut, stürmte das Haus, in dem er den Schützen vermutete, trieb ihn nach draußen in den Innenhof, stellte ihn an der Wand und erschoß ihn vor den Augen aller Umstehenden.
Kurz darauf hatten unsere Leute etwa fünfzehn oder zwanzig arabische Männer in einem anderen Hof getrieben. Einer von uns, Juri – er war einer der ganz Jungen, die direkt aus dem Lager zur Palmach gekommen war -, schrie die Gefangenen auf Russisch an, wollte sie zwingen, uns zu verrate3n, wo sie Waffen versteckt hatten. Natürlich verstanden sie ihn nicht. Als keiner antwortete, ging er von einem zum anderen und tötete alle nacheinander aus nächster Nähe mit einem Kopfschuß. Es war eine Hinrichtung. Einige unserer Männer waren aufgebracht, aber keiner sagte etwas.
In einem anderen Hof sah ich, wie Schmulik trotz seiner Verundung mit zwei anderen einen Mann in ein großes Faß zwang. Sie schossen darauf, bis das Blut aus den Einschußlöcher floß.“
Ekkehart Drost, Luxemburgstraße 21 B, 37079 Göttingen, schreibt: Der Sammelband „Kindheit unter Besatzung“ ist jetzt im Selbstverlag bei der Druckerei Bretzler in Emden in 2., erweiterter Auflage erschienen, mit Beiträgen von Gideon Levy, Amira Hass, Gerard Horton, Mario Vargas Llosa u.a. (s. Anhang). Der 145seitige Band kann nur bei mir zum Preis von 10€ incl. Porto bestellt werden. Bei Interesse denkt bitte an Eure Postanschrift.
Mit einer ungewöhnlichen Geste an einem symbolträchtigen Ort hat Kardinal Matteo Maria Zuppi gegen den Gaza-Krieg protestiert. In einem stundenlangen Gebetsmarathon verlas er jeweils Name und Alter von mehr als 12.000 Babys, Kindern und Jugendlichen, die seit dem 7. Oktober 2023 auf palästinensischer wie israelischer Seite getötet wurden. Die Aktion des Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz und weiterer Vorleser dauerte vom Nachmittag bis in den Donnerstagabend.
Sie fand am Gedenkort Marzabotto in der Nähe von Bologna statt, wo die Nazis 1944 mehr als 770 Zivilisten erschossen, darunter 213 Kinder unter 13 Jahren.
Am 18.8. in der FR: Genozid-Vorwurf gegen Israel: Rufe aus der Wissenschaft Die Zusammenarbeit mit Institutionen in Israel steht in der Diskussion.
Mehr als 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland haben sich einer internationalen Initiative angeschlossen, die eine Aussetzung der Zusammenarbeit mit israelischen Hochschulen fordert. Sie berufen sich dabei auf das Völkerrecht und auf die Verantwortung der Wissenschaft in Zeiten von Krieg und Besatzung.
Israels Anspruch auf das Land. Arn strohmeyer schreibt: Israel will entsprechend der zionistischen Ideologie das Westjordanland und später auch den Gazastreifen annektieren. Letzterer soll auch besiedelt werden, wenn man die Palästinenser dort vertrieben hat. Als Rechtfertigung für ein solches Vorgehen wird behauptet, Palästina sei die „Urheimat der Juden“. Deshalb habe Israel das selbstverständliche Recht, die Gebiete in Besitz zu nehmen. Völkerrechtlich ist das natürlich unhaltbar. Und auch historisch ist eine solche Agumentation nicht zu halten. Ich habe einmal die historischen Fakten zusammengetragen. Sie ergeben, dass die Juden in der Frühzeit nur sehr kurze Zeit in Palästina geherrscht haben. Anbei mein Artikel. Geschichte der Juden in Palästina-1