AK Nahost Infos 6.5. 2026

1. Petitionen

a)  Die europäische Bürgerinitiative. Geschafft! Mittlerweile sind über 1 Million Unterschriften beisammen (neues Ziel: 1,5 Millionen), Deutschlands Quote steht jetzt bei 85,5 % während Frankreich sein Soll übererfüllt hat (771%!). Es kann also noch weiter unterschrieben werden: vollständige Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel  PM von KoPI dazu

2. Bremen
Sa. 9.5.2026  11:30 – 12:30 Uhr Mahnwache für einen gerechten Frieden. Vor den Domtreppen.
Sa. 9.5. Free Gaza – Free Palestine Demo 15 Uhr Hillmannplatz,  https://dpg-netz-bremen.de/?ai1ec_event=free-gaza-protestmarsch-2,

10.6. Fachgespräch in der Bremischen Bürgerschaft und online, Wer hört wem noch zu? Antimuslimischer Rassismus, »importierter Antisemitismus« – zwei Realitäten eines polarisierten Diskurses 
Referenten
– Dr. Cihan Sinanoğlu leitet seit Oktober 2020 am DeZIM-Institut die Geschäftsstelle des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa).
– 
Ahmad Mansour, gebürtig arabischer Israeli, lebt seit 2004 in Berlin. Er ist Diplom-Psychologe.
Man muss sich dafür anmelden.

ab 14.5. in der Schauburg u.a. Film Palestine 36, 120 Minuten,  FSK 6
Palästina 1936: Immer mehr Dörfer erheben sich gegen die britische Kolonialmacht, die ihren Einfluss mit Gewalt durchsetzt. Gleichzeitig drängen europäische Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, in die Region. Zwischen seinem ländlichen Heimatdorf und dem zunehmend angespannten Jerusalem pendelt der unparteiische Yusuf. 

16.5. Hamburg: Bundesweite Demo zum Nakba-Tag, Stop Nakba Now! um 15:00 Uhr, Hamburg Landungsbrücken.
Gemeinsame Anreise aus Bremen: Treffpunkt 12:45 Hbf, Abfahrt: 12:58 Gleis 8 (RB 41), Ankunft HH: 14:25, dann U3Richtung Barmbeck, Ankunft Landungsbrücken: 14:41
9.-16.5. Hamburg: Bridges of Resistance: Internationales Camp für Vernetzung und gewaltfreien Widerstand, 

3. Tagungen

29.-31.5. Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinenserne.V. (BIP), in Nürnberg.
12.. – 14. 6. DPG-Tagung in Höxter

4. Medien

Der Journalist und Islamwissenschaftler Fabian Goldmann hat in Bremen einen sehr guten Vortrag über die Berichterstattung deutscher Medien zum Gazakrieg gehalten „Menschenrechte im Schatten der Staatsräson“, der hier eingesehen werden kann.

Ulmer 5: 
5 Aktivist*innen von Palestine Action Germany sind vor 8 Monaten auf das Gelände von Elbit Sytems, einer israelischen Rüstungsfirma, eingedrungen und haben mit Äxten Sachschäden verursacht, dann die Poöizei gerufen und sich festnehmen lassen. Seitdem werdn sie wie Schwerverbrecher einer kriminellen Vereinigung behandelt und sollen in Stammheim (!) im Juli verurteilt werden. Hier ein umfassender Bericht von Hanno Hauenstein (s. Anhang) Das Original ist auf englisch,.

Existenzrecht Israels?
M.Bencec hat eine exzellente Argumentation zum Thema „Existenzrecht“ geschrieben, die unbedingt lesenswert ist (s. Anhang)
Norman Paech schreibt zum Thema „Existenzrecht“:

das ist doch eine seltsame Diskussion über das „Existenzrecht“ eines Staates. Die Tschechoslowakei hat sich aufgelöst und in zwei Staaten geteilt, die Sowjetunion hat sich aufgelöst, das Deutsche Reich und später die DDR wurden aufgelöst und nie wurde ein „Existenzrecht" des untergegangenen Staates diskutiert. Warum jetzt bei Israel? Es gibt im Völkerrecht kein Existenzrecht eines Staates, nur das Existenzrecht von Völkern, die nicht ausgelöscht werden dürfen. Kein Staat ist z.B. verpflichtet, einen anderen Staat anzuerkennen, was z.B. die Sowjetunion lange Zeit bei Israel und Südafrika nicht getan hat, weil es die Regierungen ablehnte, deren Existenzrecht sie bestritt.
So ist auch die derzeitige Kritik an Israel eine Kritik an seiner Regierung, deren Existenzrecht bestritten wird, und nicht am jüdischen Volk. Das wird von den Vertretern eines imaginären Existenzrechts des Staates bewusst verwechselt, wenn sie die „israelbezogenen Kritik“ als Antisemitismus und damit als Kritik am jüdischen Volk diskreditieren. Ich kenne im übrigen auch keine öffentliche Stimme in der Kritik, die direkt das „Existenzrecht“ Israels leugnet.
Wenn jetzt die israelbezogene Kritik als Leugnung des Existenzrechts Israels kriminalisiert wird, so wird das m.E. vor dem Bundesverfassungsgericht kaum Bestand haben. Denn es würde sich um die Kriminalisierung einer zulässigen Meinung handeln, die verfassungsrechtlich, Art. 5 GG, unzulässig ist. 
Ganz ähnlich schreibt ein langjähriger UNO-Beamter zu dem Thema: No state has an inherent ‘right to exist’, not even Israel https://www.aljazeera.com/opinions/2024/11/5/no-state-has-an-inherent-right-to-exist-not-even-israel 
Ganz ähnlich schreibt ein langjähriger UNO-Beamter zu dem Thema: No state has an inherent ‘right to exist’, not even Israel  
„Fast 450 ehemalige europäische Minister, Botschafter und hochrangige Beamte, darunter ein ehemaliger Premierminister, mehrere Vizepremierminister und rund ein Dutzend Minister, haben im Hinblick auf die Sitzung des EU-Außenministerrats am 11. Mai einen dringenden Appell an die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie an die EU-Institutionen gerichtet, Israel davon abzuhalten, seine illegale Annexion palästinensischen Landes im Westjordanland durch den bevorstehenden Bau einer riesigen neuen illegalen Siedlung weiter voranzutreiben, die Ostjerusalem von Ramallah und Bethlehem trennen würde.

Das Ziel dieser neuen Siedlung im sogenannten „E1“-Gebiet, in der bis zu 15.000 illegale Siedler untergebracht werden sollen, besteht darin, das Westjordanland in zwei Teile zu spalten und damit jegliche Aussicht auf einen lebensfähigen palästinensischen Staat (der von der überwältigenden Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten anerkannt wurde) zunichte zu machen. Die ehemaligen Minister, Botschafter und hochrangigen Beamten fordern die EU insbesondere auf, als minimale erste Reaktion gezielte Sanktionen gegen alle Personen und Einrichtungen zu verhängen, die an illegalen Siedlungsaktivitäten beteiligt sind, insbesondere gegen diejenigen, die den neuen Siedlungsplan fördern, Ausschreibungen dafür durchführen und ihn umsetzen.
Zu diesen Personen und Organisationen gehören Politiker, Siedlerführer, die israelische „Landbehörde“, Vertreter lokaler Behörden, Planer, Rechtsanwälte, Architekten, Ingenieure, Bauträger, Bauunternehmer, Banken und andere Finanzinstitute. Diese Sanktionen würden in Form von Visumsverboten und Geschäftsverboten in der EU erfolgen. Der Internationale Gerichtshof, das höchste Rechtsorgan der Vereinten Nationen, erklärte am 19. Juli 2024, dass die Besetzung Palästinas durch Israel rechtswidrig ist und beendet werden muss.
Israel ignoriert weiterhin die unzähligen Forderungen der EU, ihrer Mitgliedstaaten und vieler gleichgesinnter Länder, die Flut staatlich unterstützter Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, zu stoppen und Hauszerstörungen, Zwangsumsiedlungen, Land- und Eigentumsbeschlagnahmungen, Vertreibungen, ethnische Säuberungen sowie den Bau neuer Außenposten und illegaler Siedlungen einzustellen.
Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mehr als 1000 Palästinenser im Westjordanland von Siedlern und israelischen Sicherheitskräften getötet. Artikel 2 des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel schreibt vor, dass die Beziehungen zwischen der EU und Israel sowie alle Bestimmungen des Abkommens selbst auf der Achtung der Menschenrechte und der demokratischen Grundsätze beruhen müssen.
Der vollständige Wortlaut der Erklärung ist beigefügt.“


Israels Soldaten und ihre moralischen Wunden 
Min. 0 -8:50    
„Was überall auf der Welt als Kriegsverbrechen gilt, ist in Israel Norm und Standard“

BIP-Aktuell #393: Der Krieg der USA gegen den Internationalen Strafgerichtshof 

Sanktionen gegen Ankläger, Richter und Informatoren dieses Gerichtshofs
1. Der Krieg der USA gegen den Internationalen Strafgerichtshof
2. Aufruf der slowenischen Regierung zum Schutz des Internationalen Strafgerichtshofs
3. Ungarn bleibt Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs
4. Willkürliche Kurzzeitentführungen: Ein neues Mittel der israelischen Einschüchterung in Masafer Yatta

Das Töten in Gaza und Libanon hat nicht aufgehört!

Libanon: Lebanese Health Ministry said via WAFA: At least 2,702 have been killed, and 8,311 wounded, in Israeli attacks since March 2,
Gaza: The total recorded death toll since October 7, 2023 has risen to 72,615 killed, with 172,468 injured. Since October 11, the first full day of the so-called ceasefire, Israel has killed at least 834 Palestinians in Gaza and wounded 2,365, while 768 bodies have been recovered from under the rubble, according to the Palestinian Ministry of Health.
Gaza NGO coordinator warns of “environmental and biological apocalypse” as water and sanitation systems collapse: A report shared with Drop Site by Eyad Amawi, an NGO coordinator in Gaza, warns the enclave is facing catastrophic infrastructure collapse, with 97% of groundwater undrinkable and daily water access fallen to three to five liters per person—dropping to one to three liters in the north—far below emergency thresholds. Amawi says the conditions fueled nearly half a million cases of acute diarrhea, many among children.
Israel extends detention of Flotilla organizers: An Israeli court has extended the detention of two Global Sumoud Flotilla activists. Diese wurden 1000 km von Israel entfernt im Mittelmeer gekidnapped.

„Es gibt keine Unschuldigen in Gaza“ – israelischer TV Sender Channel 14 genozidaler Sprache angeklagt(Le Monde 2.5. 2026) 

Plünderungen waren Teil jedes israelischen Krieges. Neu ist die völlige Gleichgültigkeit Yaniv Kubovich berichtete letzte Woche in Haaretz, dass Soldaten der israelischen Streitkräfte im Südlibanon in großem Umfang Eigentum plündern und Privathäuser und Geschäfte leerräumen, deren Bewohner aufgrund des Krieges geflohen sind oder vertrieben wurden. „Das Ausmaß ist wahnsinnig“, sagte ein Soldat. „Jeder, der etwas mitnimmt – Fernseher, Zigaretten, Werkzeuge, was auch immer –, legt es sofort in sein Fahrzeug oder lässt es am Straßenrand liegen, nicht innerhalb der Militärbasis, aber es wird nicht versteckt. Jeder sieht es und versteht.“ 

‘Act of Piracy’: Israel Seizes Gaza Flotilla in International Waters, Detains Activists.

Im Weltspiegel berichtet Sophie von der Tann, wie Siedler den Schulweg von Kindern blockieren (Min. 0 – 6:20)

Der Völkerrechtler Prof. Kai Ambos widerspricht dem Versuch der hessischen Landesregierung, die „Leugnung des Existenzrechts Israels“ unter Strafe zu stellen. Staatsräson als Strafgrund