AK Nahost Infos 8.7. 2026

  1. Petitionen

neue AI-Aktion: Dr. Hussam Abu Safiya freilassen!

Am 16. Juni 2026 bestätigte der Oberste Gerichtshof Israels die jüngste Haftanordnung gegen Dr. Abu Safiya. Er muss bis mindestens Oktober in Haft bleiben. Seit dem 3. Juni befindet er sich in Einzelhaft und ihm wird weiterhin der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung verwehrt. Die israelischen Behörden müssen Dr. Hussam Abu Safiya unverzüglich freilassen. Bis zu seiner Freilassung müssen sie seinen Schutz vor Folter und anderen Misshandlungen gewährleisten und dafür sorgen, dass er angemessen medizinisch versorgt wird.


2. Bremen


Sa. 11.7.2026  11:30 – 12:30 Uhr Mahnwache für einen gerechten Frieden vor den Domtreppen

3. Medien

1000 Tage Genozid in Zahlen – Offizielle Angaben  05/07/2026 Nachrichten aus Palästina

  • 73.066 Menschen wurden seit Beginn des Krieges in Krankenhäusern als tot registriert.
  • 9500 Menschen gelten als vermisst – darunter Getötete, die noch unter Trümmern liegen, sowie Menschen, deren Schicksal weiter ungeklärt ist.
  • Mehr als 21.500 der Getöteten sind Kinder.
  • Mehr als 12.500 der Getöteten sind Frauen.
  • 9000 Mütter wurden getötet.
  • 22.500 Väter wurden getötet.
  • Mehr als 1022 Kinder waren jünger als ein Jahr, als sie getötet wurden. Mehr als 520 Säuglinge wurden während des Völkermords geboren und getötet.
  • Mehr als 55 % der Getöteten sind Kinder, Frauen und alte Menschen.
  • 460 Menschen starben an Hunger und Mangelernährung, darunter 164 Kinder.
  • 28 Menschen starben an Kälte in den Vertriebenenlagern, darunter 25 Kinder.
  • 43 % der Nierenpatientinnen und -patienten starben durch fehlende Ernährung und medizinische Versorgung
  • Mehr als 12.000 Schwangere erlitten eine Fehlgeburt durch fehlende Ernährung und medizinische Versorgung.
  • Mehr als 5.400 Menschen mussten amputiert werden, darunter 18 % Kinder.
  • 1.500 Menschen sind infolge des Krieges gelähmt.
  • 1.200 Menschen haben ihr Sehvermögen verloren.
  • 38 Krankenhäuser wurden von Israel bombardiert, zerstört oder außer Betrieb gesetzt.
  • 96 Gesundheitszentren wurden von Israel bombardiert, zerstört oder außer Betrieb gesetzt.
  • 197 Krankenwagen wurden gezielt von Israel angegriffen.
  • Es gab 788 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, -fahrzeuge, -personal und Lieferketten.
  • 100 % der Schulen im Gazastreifen wurden durch direkten oder indirekten Beschuss beschädigt.
  • 1.047 von insgesamt 1275 Moscheen wurden von Israel vollständig zerstört.
  • 650.000 Kinder waren durch Mangelernährung und Hunger unmittelbar vom Tod bedroht.
  • 40.000 Säuglinge unter einem Jahr waren durch fehlende Babynahrung vom Hungertod bedroht.
  • 725 zentrale Wasserbrunnen wurden von Israel zerstört und außer Betrieb gesetzt.
  • 134 Trinkwasserprojekte wurden von Israel angegriffen.
  • Mehr als 87 % der landwirtschaftlichen Flächen wurden zerstört – von insgesamt 182.247 Dunum.

Junge Welt, Teil des Genozids, UNRWA vor dem Aus
Von David Siegmund-Schultze

FAZ: Eine Kampagne gegen UNRWA? In Deutschland gibt es Forderungen, die Unterstützung für das Palästinenser-Hilfswerk einzustellen. Eine neue Studie erläutert, wie mehrere Organisationen seit Jahren an der Schwächung des Palästinenser-Hilfswerks arbeiten.
Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegebene Studie basiert auf der Beobachtung, dass es eine Reihe von Einrichtungen und Personen gibt, die durch das Ziel verbunden seien, UNRWA zu schwächen. International tätige Organisationen wie UN Watch oder ELNET sind ebenso darunter wie deutsche NGOs wie das Nahost Friedensforum (NAFFO), der Verein „Werteinitiative. jüdisch-deutsche Positionen“ oder die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Sahar spricht von einem „transnationalen Advocacy-Netzwerk“, das seit rund einem Jahrzehnt bestehe. Er skizziert die wichtigsten Akteure und ihre Positionen, die zumeist rechten Positionen innerhalb des israelischen politischen Spektrums entsprechen, und beschreibt ihre jeweilige Funktion in dem Netzwerk.
…Als Außenminister Johann Wadephul (CDU) im November die deutsche UN-Enthaltung begründete, monierte er zum einen eine „unzureichende“ Umsetzung der Reformen, verwies aber auch auf eine angebliche Zusammenarbeit mit israelfeindlichen Gruppen. Das verwundete viele. Denn der Internationale Gerichtshof hatte nur wenige Wochen zuvor festgestellt, dass es für die Vorwürfe der Hamas-Verstrickung zahlreicher Mitarbeiter keine Belege gebe.

Al Jazeera: Billions flow between EU institutions and Israel, despite Gaza genocide
EU departments and some universities, including in Spain, are spending on Israeli companies that sell military gear, tech and other goods.

Die Frankfurter Rundschau hatte am 6.7. einen Bericht über die Reise des Grünen-Bundestagsabgeordneten Boris Mijatović nach Israel und der Forderung der Grünen nach Aufnahme von Kindern aus Gaza:
Mijatović fordert Sanktionen gegen die rechtsextremen israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich. Außerdem solle die Bundesregierung den neuen Bericht der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission der UN „endlich zum Anlass nehmen, ihre Politik grundlegend zu überprüfen“. In dem Bericht heißt es, dass israelische Sicherheitskräfte palästinensische Kinder gezielt angegriffen haben sollen. Die Kommission sieht darin Anhaltspunkte für Völkermord sowie weitere schwerste Verstöße gegen das Völkerrecht. Israel weist diese Vorwürfe zurück.„Wer erklärt, dass der Schutz der Zivilbevölkerung oberste Priorität hat, kann nicht gleichzeitig an Waffenlieferungen festhalten, solange ein ernsthaftes Risiko besteht, dass diese bei schweren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht eingesetzt werden“, so der Grünen-Abgeordnete. „Die Bundesregierung muss die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Israel unverzüglich aussetzen, bis sichergestellt ist, dass deutsches Material nicht zur Begehung von Völkerrechtsverletzungen beiträgt.“

Der von Mijatović erwähnte UN-Bericht ist vom 18.6.26, die dazugehörige Presseerklärung vom 23.6.26:
Presseerklärung des Hohen Kommissars für Menschenrechte der UN: Israel begeht weiterhin Völkermord und andere grausame Verbrechen, indem es gezielt palästinensische Kinder ins Visier nimmt“    deutsche Übersetzung.  englisches Original: „Israel continues to commit genocide and other atrocity crimes by deliberately targeting Palestinian children“
englisches Original des UN-Berichts: “The essence of childhood has been destroyed”: Israel’s deliberate targeting of Palestinian children in the Occupied Palestinian Territory since 7 October 2023

Neues Kairos Dokument. Kairos Palestine ist die umfassendste ökumenische, gewaltfreie Bewegung palästinensischer Christen: Tausend Tage Völkermord: Ein Kairos-Moment für die Welt 

Aus dem Mailverteiler der palästinensischen Vertretung in Wien

„Heute Abend hat die [israelische] Regierung dem Plenum der Knesset einen Gesetzentwurf vorgelegt, der dem Roten Kreuz offiziell verbieten würde, palästinensische Gefangene in israelischen Folterlagern zu besuchen. Die Abgeordnete Galit Distel-Atbaryan von der Likud-Partei, die diesen Gesetzentwurf verfasst hat, räumt öffentlich ein, dass ein Besuch des Roten Kreuzes bei palästinensischen Gefangenen eine PR-Katastrophe für den Staat Israel wäre.

Die Regierung weiß sehr wohl: Sobald eine humanitäre Organisation die Spuren von Folter und die unmenschlichen Haftbedingungen der palästinensischen Gefangenen sieht – von denen Tausende ohne Anklage oder Begründung inhaftiert sind –, wird die Fassade einstürzen. Die Welt wird von der Grausamkeit erfahren, die diese Regierung ermöglicht hat. Deshalb muss sie ihre Spuren verwischen. Zum Leidwesen der Regierung kann sie ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht für immer verbergen. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass wir dieses Gesetz erfolgreich verhindert haben. 

Nun fordere ich die unverzügliche Ermöglichung humanitärer Besuche des Roten Kreuzes bei palästinensischen Häftlingen. Nehmt eine Stoppuhr und beginnt zu zählen. Die Zeit der Wahrheit rückt näher.“

Ofer Kassis, Knesset-Abgeordneter (Joint List), 29. Juni 2026. Das Internationale Rote Kreuz konnte nach eigenen Angaben seit dem 7. Oktober 2023 keinen einzigen palästinensischen Häftling in israelischen Haftanstalten besuchen.

„Warum gilt der Slogan „Bring them home“ nur für bestimmte Geiseln? Weil im Apartheid-Israel, wo nur jüdisches Leben zählt, die Brutalisierung der Palästinenser*innen keine Ausnahme ist – sondern das System. Und das Schweigen darüber ist der eindeutige Beweis für unsere kollektive Heuchelei.“

Francesca Albanese, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen, am 5. Juli 2026