AK.Nahost Infos 1.10. 2025

1. Bremen, Berlin, Düsseldorf

Do. 2.10  Stand der Seeds of Palestine 16:30 Uhr Grasmarkt (zwischen Rathaus und Dom)

Sa. 4.10. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden 11:30 – 12:30  vor den Domtreppen.

Sa. 4.10. Free Gaza – Free Palestine Demo: 15 Uhr Hauptbahnhof, 17 Uhr Domsheide.

4. – 6.10. Bahnhofsvorplatz: Kunstausstellung: Gaza – Geschichten der Hoffnung:  gesponsort vom World Food Programme
(WFP) und der European Union (EU)

Di. 7. Oktober 2025 erinnern die Seeds of Palestine an 77 Jahre Nakba – die Katastrophe der Palästinenser. 1948 wurden Hunderttausende von zionistischen Milizen vertrieben, Massaker verübt, Häuser zerstört, Familien auseinandergerissen. Auf diesen Verbrechen gründete der Staat Israel und bis heute genießt er es, Vertreibung, Besatzung und Apartheid weiterzuführen.

Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die ongoing Nakba massiv verschärft: Über 70.000 Palästinenser wurden ermordet, die ethnische Säuberung wird mit voller Härte umgesetzt. Etwa 18.000 Schuhe symbolisieren die unzähligen verlorenen Leben.
Khaled Nabhan, der 2023 nach einem israelischen Luftangriff seine Enkelin Reem im Arm hielt und sagte: „She is the soul of my soul“, wurde ein Jahr später selbst bei einem Angriff im Flüchtlingslager Nuseirat getötet. Sein Schicksal steht für das nie endende Leid in Gaza.

– Schuhe der Stille | Marktplatz | 12–19 Uhr  – Nakba-Ausstellung | Grasmarkt | 16–19 Uhr – Khaled & Reem Gedenkstelle | Domtreppen | 12–19 Uhr

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Do. 25. – Sa. 27.9. „48-Stunden-Lesung der Namen der Getöteten in Gaza“

Von Donnerstag, den 25. September um 12.00h, bis Samstag, den 27. September um 12.00h werden zum zweiten Mal in Bremen auf dem Marktplatz 48 Stunden lang non-stop die Namen von in Gaza getöteten Menschen öffentlich verlesen.

Zwischendurch wird es kurze Redebeiträge geben, um die Aktion zu erläutern und über die Situation in Gaza zu berichten.

Bei der Lesung werden zuerst die Namen der getöteten Kinder vorgetragen, beginnend mit den Namen der Kleinkinder, Kinder und Jugendlichen bis zu den Namen der Erwachsenen.

Bei der Lesung im November 2024 brauchte es 5 Stunden, allein um die Namen getöteter Kinder zu verlesen. Weiterlesen „Do. 25. – Sa. 27.9. „48-Stunden-Lesung der Namen der Getöteten in Gaza““

AK.Nahost Infos 17.9. 2025

  1. Bremen, Hamburg, Berlin

Do. 18.9.  Stand der Seeds of Palestine 16:30 Uhr Hauptbahnhof

Fr. 19.9. Infostand für Palästina in Gröüelingen vor der Sparkasse 13-16 Uhr

Sa. 20.9. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden 11:30 – 12:30  vor den Domtreppen.

Sa. 20.9. Free Gaza – Free Palestine Demo: 15:30 Uhr Ziegenmarkt 17:30 Uhr Hauptbahnhof

Hamburg, 20.9. deutschlandweite Demo „Keine Rüstung durch deutsche Häfen, keie Beihilfe zum Genozid“ 15:30 Uhr Besenbinderhof 6,

Di 23. September 2025 | 19:00 Lesung & Gespräch mit Atef Abu Saif „Leben in der Schwebe
Bremer Kriminaltheater,. Theodorstr. 18 a, Eingang über den Hof  → Sujet Verlag zu Gast im Bremer Kriminaltheater – in Kooperation mit Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V.

Do. 25.9. – Sa. 27.9. 48-Stunden-Namenslesung zum Gedenken an getötete palästinensische Menschen auf dem Bremer Markzplatz, von 12 – 12 Uhr.
Wenn Sie bei der Namenslesung dabei sein wollen, schreiben Sie eine Mail an mich: cwalisch@t-online.de

Berlin: Samstag, 27. 9 Kundgebung All Eyes on Gaza — Stoppt den Genozid! 17–21 Uhr Vor dem Bundestag (Platz der Republik),
Palästinensische Gemeinde, eyes4palestine, Amnesty International, medico international  https://all-eyes-on-gaza.de/

Berlin 11.10. United for Gaza-Kundgebung 15 Uhr Brandenburger Tor: Für ein Ende des Genozids, der Besatzung, der Apartrheid, der Komplizenschaft.

Palästina-Kalender-Bremen Weiterlesen „AK.Nahost Infos 17.9. 2025“

Der Holocaust ist vorbei

Der Holocaust ist vorbei.

Gaza ist das Ende des Holocausts als Israels moralische Legitimität

Avrum Burg – 28. August

Avrum Burg war Vorsitzenden der Jewish Agency und der World Zionist Organization, danach Sprecher der Knesset

Von seiner Gründung an verfügte Israel über eine Art politisches „Konto“, das ihm unbegrenzten, unkontrollierten Kredit gewährte: den Holocaust. Unsere verblassende Vergangenheit definierte Israel als Ausnahme von den Regeln, als ein Land, dem erlaubt war, was anderen verwehrt blieb. „Weil wir den Holocaust hatten.“ Die Welt verstand, dass ein Volk, das einst am Rande der Auslöschung stand, nicht nach denselben Maßstäben beurteilt werden konnte wie andere Nationen. Das nutzten wir aus. Manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Aufgrund des Holocausts – unter anderem – wurde der Staat Israel gegründet. Aufgrund dessen verwandelten wir uns von einer verarmten Flüchtlingsgemeinschaft in eine wirtschaftliche, akademische, kulturelle und militärische Macht. Aufgrund dessen wurden wir zum letzten Kolonialstaat der demokratischen Hemisphäre, zum Täter unsäglicher Verbrechen in Gaza. Aufgrund dessen hat die Welt uns bisher nicht gestoppt. Weiterlesen „Der Holocaust ist vorbei“

AK-Nahost Infos 3. September 2025

1. Bremen

Do. 4.9.  Stand der Seeds of Palestine 16:30 Uhr Hauptbahnhof

Sa. 6.9. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden 11:30 – 12:30  vor den Domtreppen.

Sa. 6.9.  Solidarisch zusammen tanzen: Dabke, ein palästinensischer Tanz, 13:30 – 14:30  Uhr Tamra-Park Hemelingen

13.9. BSW Bremen organisiert die Busfahrt zur Demo in Berlin „Stoppt den Völkermord in Gaza„:

Di 23. September 2025 | 19:00 Lesung & Gespräch mit Atef Abu Saif „Leben in der Schwebe
Bremer Kriminaltheater,. Theodorstr. 18 a, Eingang über den Hof  → Sujet Verlag zu Gast im Bremer Kriminaltheater – in Kooperation mit Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V.

Do. 25.9. – Sa. 27.9. 48-Stunden-Namenslesung zum Gedenken an getötete palästinensische Menschen auf dem Bremer Markzplatz

Palästina-Kalender-Bremen

BerlinSamstag, 27. 9 Kundgebung All Eyes on Gaza — Stoppt den Genozid! 17–21 Uhr Vor dem Bundestag (Platz der Republik), Berlin
Palästinensische Gemeinde, eyes4palestine, Amnesty International, medico international

2. ZOOM-Vorträge:
am 9. September, findet zudem eine Online-Diskussion mit dem Titel Welche Zukunft für Palästina statt, in der es um politische Prozesse und Perspektiven geht. Es ist eine Teilnahme per Zoom möglich. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich. Ohne Anmeldung kann der Veranstaltung jedoch auch per Livestream gefolgt werden.

mit: Bushra Khalidi, Advocacy Leiterin, Oxfam Palästina
Ghassan al-Khatib, Ehemaliger Minister der palästinensischen Autonomiebehörde, Ramallah
Mamoun Bsaiso, Berater der UN und EU für den Wiederaufbau in Gaza, Istanbul
Begrüßung: Imme Scholz, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
Moderation: Kirsten Krampe, Büroleitung Ramallah, Heinrich-Böll-Stiftung


3. Medien

Der neueste Ausspruch von Smotrich. Der sollte allen Poilitikern zugeschickt werden.

New York Times:Israelische Militärs sagen, dass es keine Beweise gibt, dass die Hamas routinemäßig Hilfslieferungen gestohlen hat. Das hatte die israelische Regierung seit 2 Jahren behauptet. No Proof Hamas Routinely Stole U.N. Aid, Israeli Military Officials Say.

Der Weltspiegel vom 31.8. brachte eine außerordentlich kritische Reportage über die getöteten Presseleute in Gaza: Israel/Gaza: Journalisten als Zielscheiben?


Mondoweiss: Deutschlands Erklärung, keine Waffen mehr an Israel zu liefern: symbolische Geste oder bedeutende Wende?

Während die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, dass Deutschland keine Waffen mehr an Israel liefern werde, als schockierende Kehrtwende in der Politik internationale Schlagzeilen machte, erzählen die Details eine andere Geschichte. E
Laut der Medienorganisation Jung und Naiv gilt die Erklärung der Regierung offenbar nur für zukünftige Verträge, während bestehende Exportgenehmigungen ungekündigt bleiben – ein entscheidender Vorbehalt, auf den auch Oded Yaron in Haaretz hingewiesen hat. Das bedeutet, dass der Großteil der deutschen Waffenlieferungen nach Israel unverändert weitergehen wird.
Als zweitgrößter Waffenlieferant Israels nach den Vereinigten Staaten lieferte Deutschland laut dem Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) von 2019 bis 2023 etwa 30 % der Waffen Israels….
Deutsche Technologie ist für die Effizienz der israelischen Tötungsmaschine von entscheidender Bedeutung. Die tödlichste Waffe, die Israel gegen Gaza eingesetzt hat, ist die 155-mm-Haubitzenartillerie, und deutsche Technologie ermöglicht die tödliche Effizienz, 45 Kilogramm schwere Granaten in Kanonen zu laden, zu zielen und ohne Pause 24 Stunden am Tag zu feuern. Diese unerbittliche Bombardierungskapazität hängt direkt von deutscher Technik ab.
Die menschlichen Kosten dieser durch deutsche Technologie ermöglichten Effizienz sind verheerend. Deutsche Renk-Motoren treiben die Merkava-Panzer an, die am 29. Januar 2024 die 6-jährige Hind Rajab, ihre Familie und die Sanitäter, die sie retten wollten, töteten. Dieselben Panzer waren am 29. Februar 2024 am Mehl-Massaker beteiligt und beschießen weiterhin hungernde Palästinenser in Hilfsgüterverteilungszentren.
Die angekündigte Politik, die nur zukünftige Verträge betrifft, während bestehende Genehmigungen erhalten bleiben und Unternehmen mehrere Ausweichmöglichkeiten geboten werden, lässt jedoch eher auf politisches Theater als auf substanzielle Veränderungen schließen. Eine echte politische Wende würde die Aufhebung bestehender Exportlizenzen, einschließlich aller Waffen und Güter mit doppeltem Verwendungszweck, sowie die Verhängung eines dreifachen Embargos erfordern: ein Verbot des Verkaufs, der Einfuhr und des Transits von Waffen nach Israel, wie es das Völkerrecht vorschreibt.

Das Gesundheitssystem in Gaza bricht zusammen – und Deutschland schaut wegDie Autorin eines Artikel in der Berliner Zeitung,  selbst Ärztin, ist bestürzt über das Zögern der Bundesregierung. .
Hungernde Kinder, Angriffe auf Kliniken: Die humanitäre Krise in Gaza nimmt kein Ende. Berliner Zeitung, 29.8. 2025  (immer nach unten scrollen):

Die International Association of Genocide Scholars (IAGS) hat am 31.8. eine Resolution verabschiedet, die Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord einstuft.

Am 1.9. war die Titelseite der Frankfurter Rundschau geschwärzt.  Das Schwärzen der Titelseite der FR ist Teil der Aktion „Media Blackout“ , an der sich weltweit mehr als 150 Medien beteiligen.
Diese Aktion wurde von Reporter ohne Grenzen (SF) und Avaaz initiiert
Mehr als 150
Medien in über 50 Ländern weltweit haben angekündigt, sich an der RSF-Aktion an diesem Montag zu beteiligen. Neben der FR sind darunter „Der Freitag“ und „nd“ (Deutschland), „L‘Humanité“ (Frankreich), „The Independent“ (UK), +972 Magazine und Local Call (Israel/Palästinensische Gebiete), InfoLibre und RTVE (Spanien), „Daraj“ und „L‘Orient Le Jour“ (Libanon), „New Bloom“ (Taiwan), „La Voix du Centre“ (Kamerun), „The Point“ (Gambia), Media Today (Südkorea), N1 (Serbien), KOHA (Kosovo), Public Interest Journalism Lab (Ukraine), „Le Soir“ (Belgien), Semanario Brecha (Uruguay) und viele andere. rsfse

Kinderluftbrücke Gaza

Frankfurter Rundschau:
Reporter ohne Grenzen über Gaza: Ein „Muster gezielter Angriffe gegen Journalisten“
„Reporter ohne Grenzen“-Referent Christopher Resch über die Medienaktion seiner NGO, und was Journalismus im Krieg und nach dem Krieg bewirken kann. Ein Interview.
Auszüge:
…weil ein geschütztes ziviles Ziel getroffen wurde, weil dabei gezielt Journalistinnen und Journalisten ums Leben kamen – und weil der zeitlich versetzte zweite Einschlag auf eine gezielte „Double-Tap“-Taktik hindeutet. All das zusammengenommen deutet stark auf ein Kriegsverbrechen hin.
Was genau ist unter „Double Tap“ zu verstehen?
„Double Tap“ bedeutet, dass ein Ziel kurz hintereinander zweimal beschossen wird: zuerst das eigentliche Ziel, dann die Helferinnen und Helfer, die Verletzte bergen oder den Schaden dokumentieren wollen. Diese Methode ist aus anderen Kriegen bekannt – aus Syrien, aus dem Jemen, sogar von US-Drohnenoperationen in Pakistan. Dass diese verstörende Praxis nun auch im Gazastreifen dokumentiert wird, ist ein alarmierendes Signal.
…Inzwischen sehen wir ein Muster: gezielte Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, die man pauschal als Hamas-nah diffamiert. Es entsteht der Eindruck, dass die Armee diese Menschen ausschalten möchte und dafür auch zivile Opfer zumindest in Kauf nimmt, um die Kontrolle über die Berichterstattung zu behalten.
Was erwarten Sie für die Zeit nach dem Krieg?
Es wird um Aufarbeitung gehen. Um die Frage, wie viel von dem, was heute geschieht, vor internationalen Gerichten landet. Und darum, ob die wenigen Mechanismen, die wir haben – internationale Verträge, Strafverfolgung – gestärkt oder weiter geschwächt werden. Reporter ohne Grenzen hat in Den Haag Anzeige erstattet. Unser Ziel ist, dass Kriegsverbrechen nicht im Nebel der Propaganda verschwinden.

Der Spiegel  am 31.8., Ehemaliger US-Soldat über die Hilfsgüterverteilung in Gaza. »Das war kein Unfall. Das war Absicht«
Anthony Aguilar erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Gaza Humanitarian Foundation: Sie ging bei der Verteilung von Hilfsgütern brutal gegen die Hungernden vor – und ließ auf Unbewaffnete schießen.

The Guardian :Revealed: Israeli military’s own data indicates civilian death rate of 83% in Gaza war
Figures from classified IDF database listed 8,900 named fighters as dead or probably dead in May, as overall death toll reached 53,000

Jacobin 28.8. Wenn nur eine Seite spricht. Wer kommt bei der Nahost-Berichterstattung zu Wort? Eine exklusive Auswertung von 5.000 Schlagzeilen deutscher Leitmedien zeigt: Israels Militär und Regierung dominieren. Unabhängige Quellen werden kaum genutzt.
Auszüge:
4.853 Nachrichtenbeiträge aus folgenden Medien wurden untersucht: Die Tagesschau als größtes deutsches Nachrichtenformat, die Bild als größte Tageszeitung, die Zeit als größte Wochenzeitung und der Spiegel als größtes Nachrichtenmagazin.
– Auf jede Überschrift aus einer palästinensischen Quelle kommen neun aus Israel
– Israels Militär und Regierung sind mit großem Abstand die wichtigste Quelle in der deutschen Nahost-Berichterstattung. In jedem der untersuchten Medien geht mindestens jede dritte Überschrift (im Durchschnitt 35,5 Prozent) auf Äußerungen und Informationen offizieller israelischer Quellen zurück. Demgegenüber basieren nur 194 Überschriften (4,0 Prozent) auf offiziellen palästinensischen Angaben – und das, obwohl die Glaubwürdigkeit dieser Angaben zu Opferzahlen, anders als jene der israelischen Armee, mehrfach durch die Vereinten Nationen, NGOs sowie wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurde.
– Von den 84 Fällen, in denen es offizielle palästinensische Angaben in eine Überschrift des Spiegel schafften, lieferten nur 37 Überschriften Informationen über israelische Gewalttaten und/oder deren Folgen für die palästinensische Zivilbevölkerung (2,1 Prozent der Überschriften insgesamt). Bei der Zeit fielen 14 von 42 Überschriften in diese Kategorie (1,7 Prozent), auf Tagesschau.de waren es 19 von 52 Überschriften (1,5 Prozent), bei Bild keine einzige.
– Wenig Interesse für UN, WHO, UNICEF und Co.. Durch Israels Abriegelung des Gazastreifens haben ausländische Reporter keine Chance, Informationen selbst zu überprüfen. Zu erwarten wäre, dass Medien deshalb die existierenden unabhängigen Quellen besonders intensiv nutzen. Das ist aber nicht der Fall.389 von 4.853 untersuchten Überschriften (8,0 Prozent) gingen auf internationale Organisationen zurück. Am größten ist deren Chance, es in eine Schlagzeile zu schaffen, in der Tagesschau (10,6 Prozent), am geringsten bei der Bild (2,6 Prozent).
– Nahezu nicht existent ist das Interesse deutscher Nachrichtenredaktionen an Informationen der dutzenden internationalen NGOs, die im Gazastreifen aktiv sind.
– Reporter vor Ort und arabische Medien werden fast völlig ignoriert.
– Während Spiegel, Zeit, Tagesschau und Bild den Darstellungen von Israels Armee und Regierung regelmäßig den wichtigsten Platz ihrer Berichterstattung überlassen, bleiben Informationen, die der offiziellen israelischen Darstellung widersprechen, selbst dann ungenutzt, wenn sie durch unabhängige Quellen wie NGOs, UN, Reporter und Augenzeugen bestätigt wurden.
Tagesschau und Bild ignorierten unsere Anfrage
Wie erklären Spiegel, Zeit, Tagesschau und Bild dieses Missverhältnis? Welche Probleme sehen sie selbst in ihrer Berichterstattung? Wie bewerten sie die Glaubwürdigkeit einzelner Akteure wie die der israelischen Armee, des palästinensischen Gesundheitsministeriums oder der Vereinten Nationen und was bedeutet das für ihre Berichterstattung? Konkrete Antworten auf all diese und weitere Fragen gab es von keiner Redaktion. Während Bild und Tagesschau gar nicht antworteten, meldeten sich bei Zeit und Spiegel immerhin die Presse-Abteilungen.

Die UNO berichtet von Hungersnot und Israel verbreitet Desinformationen

  1. Desinformationskampagne zum Hunger in Gaza
  2. Die Ministerin, die dem Leid machtlos gegenübersteht
  3. Zerstörung der Wasserversorgung und akute humanitäre Notlage für palästinensische Dörfer bei Ramallah
  4. Siedler errichten Außenposten im palästinensischen Dorf Um al-Kheir

Defense for Children International schreibt:
360 Palestinian children are detained in Israeli prisons as of June 30, the latest data available from the Israel Prison Service (IPS), which is the highest number since early 2016. 147 children, or 41 percent of the total, are held in administrative detention without charge or trial, which is both the highest number and the highest proportion on record since Defense for Children International – Palestine began monitoring these numbers in 2008. Since October 2023, Israeli forces have increasingly targeted Palestinian children with administrative detention.
Children are languishing in overcrowded Israeli prisons, fed rotten food, and beaten on a daily basis by Israeli guards, all while they are completely isolated from the outside world, including from their families and lawyers. They must all be released immediately.

„Hungern gegen das Aushungern“ – 48-stündiger Hungerstreik in Solidarität mit Gaza

Ansgarikirchhof vom 15.-17. August

Vom 15.-17. August 2025 werden Menschen in Solidarität mit der Notlage in Gaza in einen Hungerstreik gehen. Für die 48 Stunden des Hungerns werden sie bei einer Mahnwache auf dem Ansgarikirchhof in Bremen die Beendigung der Hungersnot in Gaza fordern. Alle Menschen, die sich gesundheitlich in der Lage dazu fühlen, sind eingeladen, mitzufasten. Anteilnehmende und Pressevertreter*innen sind dazu ebenso eingeladen.

Die Aktion wird unterstützt vom AK Nahost, Seeds of Palestine, Bremer Friedensforum.

Der Hungerstreik ist Teil der internationalen Hungerstreik-Kampagne „Their hunger is ours“, mit der friedensbewegte Menschen weltweit gegen die Menschenrechtsverletzungen der israelischen Regierung gegen Palästinenser*innen protestieren. Weiterlesen „„Hungern gegen das Aushungern“ – 48-stündiger Hungerstreik in Solidarität mit Gaza“

AK-Nahost Infos 2025 – 15. Juni

1. Bremen
-19.6. Muslimisch-jüdisches Abendbrot. Lesung & Gespräch mit Saba-Nur Cheema und Meron Mendel 19:00 Uhr Info unter
Ort: Findorffstraße 51, 28215 Bremen (Kulturzentrum Schlachthof) Anmeldung unter: demokratiezentrum-isl@soziales.bremen.de

Ausstellung „Inhabited Spaces, die noch bis zumm 24.6. im Bürgerhaus-Vegesack gezeigt wird:

2. ZOOM-Vortrag
23.6. 19 Uhr, Prof. Moshe Zuckermann: „Innerisraelische Auswirkungen des Gazakrieges. Soziale, politische und militärische Aspekte

3. Erster Kongress zum jüdischen Antizionismus

Vom 13. bis 15. Juni findet in Wien ein Ereignis statt, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war: Ein vielstimmiger jüdischer Kongress, bestehend aus Rabbiner:innen, Shoah-Überlebenden, Intellektuellen, Aktivist:innen mit Mizrachim-Hintergrund sowie linken Stimmen aus der Diaspora, tritt entschlossen und öffentlich mit Kritik am Zionismus auf. Dabei geht es weder um Provokation noch um Selbsthass, sondern um eine ethisch motivierte Auseinandersetzung, die sich in die lange Geschichte jüdischer Gewissenshaltung einschreibt. Der Erste Jüdisch-Antizionistische Kongress versteht sich nicht als Randerscheinung, sondern als Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels und als Anstoß, politische Begriffe, die lange als unantastbar galten, neu zu durchdenken. Weiterlesen „AK-Nahost Infos 2025 – 15. Juni“

AK-Nahost Infos 2025-4. Juni

1. Petitionen/Aktionen
Petition: Uneingeschränkte Hilfslieferungen nach Gaza JETZT
!

Petition, der Anti-Genocide Pledge‘:

Aktion: Rote Linie Völkerrecht Am 5.6. ist der israelische Außenminister in Berlin. Dazu gibt es eine Kundgebung vor denm Auswärtigen Amt mit Forderungen an die Bundesregierung  STOPPT……das Töten …die Blockade …das Aushungern …die Zerstörung …die Bombardierung …die Waffenlieferungen …die Vertreibung …die Besatzung

Dies soll am 4.6 in London passieren: RED LINE FOR PALESTINE.

2.Bremen

Do. 5.6.  Stand der Seeds of Palestine 16:30-18:30 Uhr auf dem Grasmarkt (beim Rathaus)

Sa. 7.6. Mahnwache und Kundgebung für einen gerechten Frieden 11:30 – 12:30 Uhr vor den Domtreppen.

Heute, am 04. Juni um 18 Uhr wird im Bürgerhaus Vegesack der Film „Disturbing the Peace“ über die israelisch-palästinensische Organisation Combatants for Peace (Partnerorganisation der bremer Stiftung die schwelle) gezeigt.
Combatants for Peace (Kämpfer für den Frieden) ist eine Basisbewegung von Israelis und Palästinensern, die sich gemeinsam für die Beendigung der Besatzung und für Frieden, Gleichheit und Freiheit in unserem Heimatland einsetzen.
Die Ausstellung  mit Fotografien von Menschen aus Gaza: „Inhabited Spaces“,  läuft bis zum 24.6. im Bürgerhaus-Vegesack

3. BIP-Aktuell #351: Die Nakba hat nie aufgehört – und unser Widerstand dagegen auch nicht. Rede des Geschäftsführers von BIP, Dr. Shir Hever, bei der UN-Veranstaltung zum Gedenken an die Nakba am 16. Mai.

Auch anwesend bei der NAKBA-Feier:

Rabbi Dovid Weiss von Neturei Karta, einer antizionistischen ultra-orthodoxen jüdischen Organisation, nahm an der Nakba-Gedenkfeier für die Rechte der Palästinenser teil und forderte ein Ende des Völkermords. Quelle: 2025, UNO.
Israelische Streitkräfte gaben an, einen „Terroristen“ getötet zu haben. Er war 14 Jahre alt.
Der Tod von Amer Rabee, einem palästinensisch-amerikanischen Jugendlichen aus dem Westjordanland, hat Empörung über die Gewaltanwendung durch Soldaten und die offensichtliche mangelnde Rechenschaftspflicht ausgelöst. Die New York Times Hatte den Fall recherchiert, weil der JKunge aus New Jersey stammte. Er wurde beim Mandelpflücken erschossen.

4. Widerstandsrecht der Hamas?
Prof. Norman Paech erklärt in einem Brief:
Es ist eine neue Qualität in der Diskussion, wenn nun endlich Völkerrechtler wie Goldmann, Schwarz vom ECCHR und Ambos mit Klarheit diesen Vernichtungsfeldzug als schweres Kriegsverbrechen und Völkermord einordnen.

Ich habe nur eine Anmerkung. Goldmann bezieht sich auf das Recht auf Selbstbestimmung als juristische Grundlage für den Widerstand gegen die israelische Besatzung. Das ist vollkommen korrekt. Dieser Widerstand darf auch Mittel der Gewalt anwenden, wie die UN-Generalversammlung in etlichen Resolutionen zur Rechtfertigung des Befreiungskampfes von kolonialer  Unterdrückung in den siebziger Jahren schon anerkannt hat. Ein solches Recht auf Widerstand steht also auch der Hamas zu, wie Goldmann bestätigt. Dennoch nennt er die Hamas weiter, wie in Politik und Medien üblich, eine Terrororganisation.

Der Begriff dient eindeutig der Delegimation einer Organisation, deren Widerstandsrecht damit bestritten wird. Sie wird zu einer simplen kriminellen Organisation gestuft und aus dem Völkerrecht aussortiert. Goldmann meint, dass die Hamas  nicht ein anderes Land, also Israel, auf seinem Territorium angreifen darf. Das ist jedoch inkonsequent, denn Israel ist in Gaza selbst nicht anwesend und übte die Besatzung vor dem 7. Oktober nur von außen durch Blockade und militärische Angriffe aus. Dem Widerstand gegen die Besatzung blieb also nichts anderes übrig, als dort anzugreifen, wo die Besatzung ausgeübt wird. Die Hamas hatte ganz eindeutig ein Widerstandsrecht, allerdings nur gegen die militärischen Einrichtungen und Stützpunkte rund um den Gazastreifen, die die Hamaskämpfer auch angegriffen haben. Der Angriff auf die zivilen Einrichtungen, die Kibuzzim und das Rave Festival waren hingegen rechtswidrig, Das waren Terror und Kriegsverbrechen, die vom IStGH zweifellos verfolgt werden.

Diese Kriegsverbrechen haben jedoch nicht das Widerstandsrecht „mit allen Mitteln“ beseitigt. Nach juristischen Kriterien ist die Hamas eine Befreiungsbewegung, so schwer es fallen mag, diesen durch die Medien der Hamas angeklebten Begriff fallen zu lassen. Goldmann hat selbst bei der Begründung des Rechts auf Selbstbestimmung und Widerstand auf die Zeit der Dekolonisations- und Befreiungskämpfe verwiesen. Damals galten die Befreiungsbewegungen in den alten Kolonialstaaten in Europa alle als Terrororganisationen – von der FLN über den ANC bis zur PLO. Sie waren das solange, bis sie dann selbst die Regierungen bildeten.

Begriffe sind nicht nur Bezeichnungen, sondern auch Zuordnungen und Wertungen. Ich meine, wenn wir uns ein realistisches und zutreffendes Bild von diesem nun fast zehn Jahre lang andauernden Krieg in Gaza machen wollen, müssen wir auch klar in unseren Begriffen sein.

5. ZDF heute: Spannungen im Westjordanland. Die Regisseure des Films „No other Land“ sind vor Ort und erklären die Lage.

6. Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) fordert einen Waffenstillstand und eine Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel.
Ab Minute 10.

7. Eine positive Aktion: Am Samstag hatten zwei Cellisten der Deutschen Oper Berlin zu einem musikalischen „Flashmob für Menschlickeit“ aufgerufen. Auf dem Potsdamer Platz spielten rund 100 Musiker:innen, um auf die Lage der Menschen im Gazastreifen aufmerksam zu machen.

  1. Der jüdische Verleger Abi Melzer aus Frankfurt schreibt:
    Soeben sah ich im Fernsehen wie unzählige Israelis gegen Hilfslieferungen nach Gaza protestieren und dem Reporter sagen, dass sie der Meinung sind, dass man alle Kinder und Säuglinge töten müsse, da sie später die Feinde sein werden.
    Schrecklich. Aus den Israelis sind Nazis geworden. Sie werden aber auch so enden wie die Nazis. Das habe ich schon vor Jahren geschrieben. Ich habe aber nicht erwartet, dass es so schnell kommen wird. Der Zionismus ist zu einer Bestie geworden und wird als Bestie bald enden.
    Der Fernsehmoderator Elad Barashi vom regierungsnahen Sender Channel 14 fordert, Israel sollte alle Menschen in Gaza „ohne Mitleid abschlachten“.
    Der Sender, der Israels Premierminister Netanjahu nahesteht beschäftigt den extremistischen Moderator weiter.

AK-Nahost Infos 2025-06-01

1. Was bedeuten die von Israel eingerichteten Verteilzentren?
„Jede einzelne Person in Gaza, mit der ich gesprochen habe, sagt, dass man völlig verrückt sein muss, wenn man versucht, in diesen stark militarisierten Konzentrationslagern, die Israel in Rafah errichtet, Nahrungsmittel zu holen. Man muss zahlreiche Kontrollpunkte passieren, an denen es von israelischen Soldaten nur so wimmelt, die darauf warten, jeden rauszuholen, den sie wollen. Und man muss Gesichtserkennungstechnologie, Fingerabdrücke, verschiedene Schichten von Kontrollen und Überprüfungen mit nicht offengelegten Kriterien durchlaufen. Am Ende muss man buchstäblich von Beit Hanoun aus einundvierzig Kilometer laufen, um ein Paket mit einem Gewicht von zwanzig bis vierzig Kilo abzuholen, und dann einundvierzig Kilometer zurücklaufen. Niemand in Gaza glaubt, dass man lebend nach Hause zurückkehren wird, wenn man auch nur einen Fuß in diese Gebiete setzt. Entweder wird man unterwegs getötet, man wird von israelischen Soldaten entführt, man wird zur Zusammenarbeit mit Israel erpresst, oder die Lebensmittel, die man bekommt, werden auf dem Rückweg geplündert. Aber dann ist da noch die andere Komponente, nämlich, dass die Menschen Angst vor der gewaltsamen Vertreibung haben, dass all diese Zentren eingerichtet werden – drei davon in Rafah und eines im Süden des Netzarim-Korridors – wo Israel den Menschen sagen wird, dass die einzige Möglichkeit, Nahrung zu bekommen, darin besteht, seine Heimat zu verlassen, den Norden des Gazastreifens zu verlassen und zur Grenze mit Ägypten zu gehen.“

Der palästinensische Journalist Mohammed Shehada im Interview mit MEE-Korrespondentin Mathilda Mallinson, 27. Mai 2025 Weiterlesen „AK-Nahost Infos 2025-06-01“

Israel: friedensbewegte NGOs im Würgegriff

Aus Israel erreicht uns ein Brief der Nicht-Regierungs-Organisation „Combatants for peace“, die sich seit Jahren für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzen. Offenbar kommen derartige Organisationen der Regierung der „einzigen Demokratie im Nahen Osten“ inzwischen derart in die Quere, dass sie buchstäblich (finanziell) ‚abgewürgt‘ werden sollen – lesen sie selbst, und vielleicht äußern sie ja ihre Meinung dazu in einem Leserbrief oder in einem Schreiben an Abgeordnete unseres Parlaments:

Liebe Freunde,

Ein neu vorgeschlagenes Gesetz, das die Knesset im Eiltempo durchläuft, droht das zu zerstören, was von der Zivilgesellschaft in Israel noch übrig ist. Wenn es verabschiedet wird, werden israelische Nicht-Regierungs-Organisation mit einer 80-prozentigen Steuer auf alle von ausländischen Regierungen erhaltenen Gelder belegt – ein bewusster und gezielter Angriff auf Menschenrechts- und Friedensorganisationen. Entscheidend ist, dass das Gesetz selektiv nur für Organisationen gilt, die als „politisch“ eingestuft werden, wobei die Entscheidung darüber im Ermessen der Regierung liegt. Weiterlesen „Israel: friedensbewegte NGOs im Würgegriff“