„Forbidden Roads“ – Apartheid im Westjordanland

Nach einer mündlichen Erzählung aus Ramallah, gehört und bearbeitet von Bernd Fischer

Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich heute früh nicht weit, der Stau ist länger als gewohnt. Ja, auch Palästinenser fahren mit dem Auto zur Arbeit, landen im Stau und ärgern sich. Doch sie ärgern sich aus einem Grund, der für Euch in Deutschland unvorstellbar ist: Dieser Stau ist das Ergebnis der alltäglichen Apartheid im Westjordanland.

Ja, ganz genau, ich lebe in der Westbank, in der Gegend von Ramallah. Ich bin Zahnärztin, und wie die meisten Palästinenser muss ich mich bewegen, um zur Arbeit zu kommen. Doch Palästinenser können sich in ihrem Land nicht frei bewegen. Ihre Mobilität wird durch mehr als 1000 von der Armee bewachte Kontrollpunkte behindert oder ganz blockiert, je nach Lust und Laune der Armee, die an diesem Morgen dafür sorgt, dass der israelische Berufsverkehr nicht vom palästinensischen Berufsverkehr gestört wird. Für Fahrzeuge mit palästinensischen Kennzeichen sind die gut ausgebauten Siedlerstraßen gesperrt. Und wenn Palästinenser eine Straße mit ausschließlich israelischer Nutzung überqueren wollen, werden sie von israelischen Soldaten an einem Schlagbaum kontrolliert. Sie müssen warten. Autos mit israelischen Kennzeichen haben Vorfahrt. Warum? Weil sie in Israel zugelassen sind und in einem Land gefahren werden, das den Israelis nicht gehört. Anmaßung? Idiotie? Apartheid? Natürlich, was denn sonst? Aber nur ein kleiner Teil von alledem. Weiterlesen „„Forbidden Roads“ – Apartheid im Westjordanland“

BIP-Aktuell #406: Trumps 15-Punkte-Plan für Frieden zwischen Hamas und Israel in Gaza

BIP-Aktuell #406: Trumps 15-Punkte-Plan für Frieden zwischen Hamas und Israel in Gaza

Israel fordert, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, obwohl die Armee täglich Palästinenser tötet

1. Trumps 15-Punkte-Plan für Frieden zwischen Hamas und Israel in Gaza
2. OLG Zweibrücken schützt Meinungsfreiheit bei Vergleich Israel/NS-Regime
3.  Die israelische Generalverwaltung hat ältere palästinensische Bewohner aus ihrem Haus in der Altstadt von Jerusalem vertrieben

1. Der sogenannte Waffenstillstand im Gazastreifen vom Oktober 2025 wurde von Israel von Anfang an verletzt. Nun soll ein 15-Punkte-Plan, den Trumps Friedensrat am 31.7. bekannt gegeben hat, Frieden im Gazastreifen bringen. Es hieß, Hamas habe sich zum ersten Mal offiziell zu einem umsetzbaren Plan zur Abgabe all ihrer Waffen verpflichtet, woraufhin sich Israel aus dem Gazastreifen zurückziehen werde. Im Text des Planes ist von einem schrittweisen Rückzug Israels aus den von ihm kontrollierten Gebieten im Gazastreifen die Rede. Nach einer Intervention Netanyahus gab der Friedensrat jedoch bekannt, dass der Rückzug der IDF hinter die Gelbe Linie erst dann erfolgen werde, wenn die Entwaffnung abgeschlossen sei. Weiterlesen „BIP-Aktuell #406: Trumps 15-Punkte-Plan für Frieden zwischen Hamas und Israel in Gaza“

Wenn der Kolonisator Widerstand als Terrorismus bezeichnet

Artikel aus dem MiddleEastMonitor: When the coloniser calls resistance terrorism
Im Laufe der Geschichte wurde fast jeder nationale Befreiungskampf von den Mächten, die Kolonialherrschaft oder ausländische Besatzung ausübten, als „Terrorismus“ abgestempelt. Diese Strategie ist nichts Neues.

Das Britische Empire bezeichnete die IRA-Kämpfer in Irland und die EOKA-Guerillas auf Zypern als Terroristen. Frankreich stellte die algerische Nationale Befreiungsfront (FLN) als kriminelle Organisation dar. Das Gleiche geschah mit der Mosambikanischen Befreiungsfront (FRELIMO), der Volksbewegung zur Befreiung Angolas (MPLA), der Volksorganisation Südwestafrikas (SWAPO) in Namibia und sogar mit Nelson Mandelas Afrikanischem Nationalkongress (ANC).

Die Geschichte hat jedoch diese Bewegungen rehabilitiert und die Kolonialregime verurteilt, die ihre Herrschaft aufrechterhalten wollten.

Dieses Muster offenbart eine Konstante: Wer ein Gebiet besetzt, versucht, dem besetzten Volk jegliche Legitimität zum Widerstand zu entziehen.

Die Entmenschlichung des Widerstands ist eine koloniale Strategie. Indem jeder Widerstandskämpfer als „Terrorist“ abgestempelt wird, wird die Aufmerksamkeit von der illegalen Besatzung, der Apartheid und der Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts abgelenkt und auf die Reaktion der besetzten Bevölkerung gelenkt.

Diese Darstellung stößt jedoch innerhalb des Völkerrechts selbst an klare Grenzen. Weiterlesen „Wenn der Kolonisator Widerstand als Terrorismus bezeichnet“